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Studie evaluiert Erfahrungen opioidabhängiger Patienten mit langwirksamen injizierbarem Depot-Buprenorphin

Opioidabhängige Patienten, die mit Depot-Buprenorphin behandelt werden, empfinden eine Entstigmatisierung und eine größere Freiheit. Dies bestätigt die Auswertung von 30 Interviews mit Patienten, die eine Behandlung mit Depot-Buprenorphin erhalten haben. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse dieser qualitativen Studie jetzt im Fachmagazin „Drug and Alcohol Dependance“1.

Die von Anthony Barnett, Monash-Universität, Melbourne, und seinen Kollegen vorgestellten Ergebnisse der Interviews mit Patienten, bestätigen die Ergebnisse vorheriger Arbeiten2,3. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten handelte es sich um Teilnehmer der DEBUT-Studie (Depot Evaluation Buprenorphine Utilization Trial)4. Die Teilnehmer fühlten sich unter Depot-Buprenorphin oft entstigmatisiert, durch das Entfallen des Besuchs einer Apotheke oder einer Praxis für die tägliche Vergabe. Die Befreiung von den metaphorischen „flüssigen Handschellen“5, als die die tägliche Einnahme oftmals empfunden wird, bescherte vielen Patienten ein Gefühl der Freiheit. Für viele der Befragten ist die Therapie mit Depot-Buprenorphin gleichbedeutend mit einer Rückkehr zur Normalität.

Die Auswertung der Interviews machte deutlich, dass die Versorgung von opioidabhängigen Patienten in Kliniken und Apotheken noch angepasst werden muss. So empfehlen die Experten um Barnett den behandelnden Teams (care teams), neue Patienten, die Depot-Buprenorphin erhalten, zu begleiten, um die Adhärenz zu stärken und eine adäquate Unterstützung bei der Therapie der Opioidabhängigkeit zu bieten.

Die komplette Studie finden Sie hier als Open Access

1Barnett A et al. (2021) Tracing the affordances of long-acting injectable depot buprenorphine: A qualitative study of patients’ experiences in Australia; Drug and Alcohol Dependence 227. 108959, ISSN 0376-8716, https://doi.org/10.1016/j.drugalcdep.2021.108959.
2Larance B et al. (2019). Perceptions of extended-release buprenorphine injections for opioid use disorder among people who regularly use opioids in Australia. Addiction 115 (7), 1295–1305.
3Saunders A et al. (2020) Perceptions and preferences for long-acting injectable and implantable medications in comparison to short-acting medications for opioid use disorders. J. Subst. Abuse Treat. 111, 54–66.
4Lintzeris N et al. (2021) Patient-reported outcomes of treatment of opioid dependence with weekly and monthly subcutaneous depot vs daily sublingual buprenorphine: a randomized clinical trial. JAMA Netw Open. 4 (5), e219041. https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2021.9041.
5Smith CB et al. (2011) A users’ guide to ‘Juice Bars’ and ‘Liquid Handcuffs’ fluid negotiations of subjectivity, space and the substance of methadone treatment. Space Cult. 14 (3), 291–309.