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Suchtassoziierte Rituale in der Therapie Opioidabhängiger

In der Behandlung der Opioidabhängigkeit hat sich Buprenorphin als wirksam erwiesen. Als Fertigspritze steht es zur wöchentlichen oder monatlichen subkutanen Gabe zur Verfügung. Wie die Darreichungsform und die Vergabebedingungen die Therapie beeinflussen können, und welche Rolle dabei suchtassoziierte Rituale spielen, darüber haben wir mit Professor Jens Reimer, Vorstand des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS), gesprochen.

Wie kann der Abbau von Ritualen die Therapie Opioidabhängiger unterstützen?

Rituale können wie gesagt Halt geben. Rituale an sich müssen nicht unbedingt abgebaut werden, es kommt eher auf die Konsequenzen der Rituale an. Das Ritual der Injektion von Heroin hat zwar für den Drogenabhängigen eine gewisse Funktion, aber die Konsequenzen sind in gesundheitlicher oder sozialer Hinsicht auf Dauer nachteilig. Insofern kommt es eher darauf an, die negativen Konsequenzen der Rituale zu reduzieren. Dies kann erreicht werden, wenn Rituale verschoben werden, hier beispielsweise von der Injektion von Straßenheroin hin zur Substitutionsbehandlung. Die Herauslösung aus der Drogenszene mit ihren vielen Hinweisreizen zum Heroinkonsum ist ein wichtiger Schritt.

Welche Vorteile sehen Sie in der Depotgabe auf Seiten der Ärzte?

Die ärztliche Ressource in der Substitutionstherapie ist insgesamt knapp. Insofern bietet diese Vergabeform die Chance, mehr Patienten wohnortnah und auch auf dem Land zu versorgen. Die Depotgabe bietet Ärzten die Möglichkeit der Entzerrung, da Patienten nicht mehr täglich versorgt werden müssen, sondern nur noch einmal pro Woche oder pro Monat für die Injektion in die Praxis kommen müssen. Auch ist das Depot eine Option, wenn ich als Arzt, meine Substitutionspatienten langfristig stabilisieren und ihnen eine höhere Funktionalität mit sozialer Re-integration und Erwerbstätigkeit ermöglichen will.

Lesen Sie hier das vollständige Interview aus der „Sucht 5/2020“